|
Das Pfila ist in den Augen unserer Pfader und Leiter der ultimative Event im Pfadijahr. Es findet in Form eines grossangelegten Wettkampfes zwischen den einzelnen Stämmen jeweils über Pfingsten statt. In verschiedenen Spielen und Bewertungen während des Wochenendes werden Punkte gesammelt, die dann in einer Gesamtwertung den Sieger ermitteln. Gekämpft wird um die Ehre, der beste Stamm der Abteilung zu sein, und um den "Maschti", eine Wandertrophäe in Form eines recht antiken Jagdhornes, welches einen seltsamen hohen Ton von sich gibt. Dieser Ton ist es jedoch, der in den Ohren eines jeden Hochwächtlers besondere Gefühle und Erinnerungen weckt. Mit Sicherheit kann man sagen, dass der Maschti den Stolz des Stammraumes darstellt, in welchem er sich jeweils befindet, und er könnte bestimmt etliche Male mit dem Schweiss gefüllt werden, den es gekostet hat um ihn zu bekommen. Die Tradition besagt, dass der Stamm, der als erster drei Mal in Serie gewinnt, ihn für immer behalten darf...- aber die ungeschriebene Tradition sagt auch, dass ein Stamm kaum drei Mal in Serie gewinnen kann - und so kämpft man seit mehreren Jahrzehnten. Jeder kämpft mit seinem vollen Einsatz und in der Vorbereitungsphase wird lange Stunden diskutiert und organisiert. Die Stämme erhalten jeweils knapp drei Wochen Zeit, um sich mit dem Thema auseinander zu setzten, vorzubereiten und das Gebiet zu rekognoszieren - so dass man alle Hände voll zu tun hat.
Der Wettkampf an sich beginnt am Samstagmittag mit dem Einzug ins Pfilagebiet, welcher möglichst nach Regeln und ohne von anderen beobachtet von sich gehen sollte. Anschliessend findet der Lagerbau im versteckten statt, da die Lagerplätze möglichst von anderen Stämmen nicht entdeckt werden sollten. Im Verlauf der Nachtübung können nämlich genau definierte Trophäen aus den Lagern anderer Stämme geholt werden, die entsprechend auch Punkte geben und somit zum Gesamtsieg verhelfen. Wer also seinen Lagerplatz leise aufstellt und gut tarnt, "schenkt" keinem der anderen Stämme Punkte. So mancher dachte schon, er wisse genau, wo die gegnerischen Lager liegen - und in der Dunkelheit fand man nur noch Sträucher, Bäume und Büsche... Für den Bau des Lagerplatz jeweils bestimmte Bedingungen gestellt. Eine Latrine, Kochstelle und die Zelte der Pfader stellen nur die grundlegenden Minima dar. Oft werden nämlich in dieser kurzen Zeit zusätzlich zum Thema passende originelle Dinge wie Thermen, Kirchen, Aquarien etc. aufgestellt, da der Lagerplatz ebenfalls nach vorgegebenen Kriterien bewertet wird.
Während des Lagerbaus findet separat eine Übung für die neu eingetretenen Pfader statt, die in klassischen Disziplinen wie Holzsammeln oder kreativen Disziplinen gegeneinander antreten. Gemäss der Rangliste wird zusätzlich noch ein Startkapital für die grosse Nachtübung verteilt.
Die Nachtübung ist, zusammen mit der Tagesübung am Sonntag, das wichtigste Ereignis im grossen Wettkampf. Im Verlaufe des Abends werden immer grösser werdende Gegenstände irgendwo im Pfilagebiet im Umkreis von bis zu mehreren Kilometern versteckt und ihre Lage mit Koordinaten beschrieben. Solche Koordinaten oder Informationen über spezielle Punkte im Gelände, sowie diverse Gegenstände selber, können an mehreren Versteigerungen von den Pfadern gekauft werden. Die Versteigerungen sind grössere Shows, an denen passend zum Thema des Pfilas etwas geschieht. Diese Versteigerungen erhalten eine grosse Bedeutung, denn ist man nicht da, weiss man nicht, was weiter läuft und kann sein Geld nicht in Gegenstände und Koordinaten investieren. Einmal im Besitz einer Koordinate, gilt es, diesen Gegenstand baldmöglichst zu holen und weiter zu verstecken, um sicherzustellen, dass nicht sonst jemand ihn holen kann, da oft nach einer gewissen Zeit die Koordinaten allgemein herausgegeben werden. Man sollte auch immer wieder zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten erscheinen, um weitere Gegenstände zu ersteigern, weitere Koordinaten zu holen oder um wichtige Informationen zu erhalten. Als Gegenstand in Frage kommt alles von der Grösse eines Computerchips bis zum rund 1 Meter grossen Fass oder einer Kiste von ungefähr der Grösse eines kleinen Sofas. Ist man einmal im Besitz eines Gegenstandes, besteht das
Problem darin, dass im Prinzip jeder andere Pfader dazu "berechtigt" ist, einem diesen wieder wegzunehmen, zum Beispiel zu entreissen, oder einfach zahlenmässig stark aufzutreten, sodass sich ein Gerangel erübrigt. Daraus folgt, dass man mit Vorteil durch den Wald schleicht und sich ruhig verhält, um nicht aufzufallen. Die Meinungen über die verschiedenen Taktiken, die zum Ziel führen, unterscheiden sich hier jedoch, sodass es keine allgemeingültige Verhaltensweise gibt. Schlussendlich gilt es, den Gegenstand in eine sogenannt "Neutrale Zone" zu bringen, ein Feld mitten im Wald von ungefähr der Fläche eines Tennisfeldes, welches genau zu einer bestimmten Zeit geöffnet ist, während derer allein man Punkte für all die Gegenstände erhält, die man hineingebracht hat. Die Neutrale Zone ist der am härtesten "umkämpfte" Ort, da zahlreiche Pfader dort nur darauf warten, andere daran zu hindern, ihren Gegenstand in die Neutrale Zone zu bringen. Die Neutrale Zone bildet den Abschluss dieser Übung und ist zugleich auch die entscheidende Phase. Sieger dieser Übung wird der Stamm, welcher am meisten Gegenstände und die wichtigsten Gegenstände in die Neutrale Zone hineingebracht hat.
Des weiteren finden während des ganzen Abends verschiedene Spiele wie Roulette, Blackjack und sportliche Wettkämpfe statt, um entweder Geld zu verdienen, welches der Schlüssel zu einer erfolgreichen Versteigerung ist, oder um kleinere Gegen-
stände zu verdienen, die es ebenfalls in die Neutrale Zone zu bringen gilt. Ab einer gewissen Zeit herrscht zudem Tragpflicht für eine Nummer, ohne die man "inaktiv" ist, das heisst nichts in die Neutrale Zone bringen kann, und die man anderen ebenfalls wegnehmen kann, indem man ihre Zahlenfolge laut aufsagt. Es ist daher wichtig, immer eine Nummer zu haben und möglichst noch andere zu bekommen, da auch diese Punkte wert sind.
Das ganze Spiel ist sehr komplex, es kommen dann noch spezielle Dinge dazu wie "Greenpeace", meist zwei Organisatoren, die dazu berechtigt sind, den Pfadern Dinge wieder abzunehmen. Ein weiterer Grund also, sich möglichst unbemerkt durch den Wald zu bewegen. Auf einem Weg im Gebiet befindet sich ebenfalls ein "Fahrender Händler", bei dem man weitere Gegenstände beziehen kann.
Solche Action-Übungen gibt es, wie bereits gesagt, am Samstagabend und am Sonntagnachmittag, und sie bilden den Hauptteil des Pfilas.
Des weiteren findet am Sonntagabend noch eine Produktion (Theater) jedes Stammes statt, die ebenfalls bewertet wird, und die in der Regel möglichst originell zum Thema passend inszeniert sein soll.
Der Gesamtsieg hängt also nicht bloss von den beiden Action-Übungen ab, wie viele Pfader oft das Gefühl haben, sondern ergibt sich aus den kalkulatorischen Ergebnissen der beiden Übungen, des Lagerbaus, der Produktion, der Pinggelübung und weiteren Kriterien (Allzuviel verraten wir an dieser Stelle nicht, da das nächste Pfila bald wieder vor der Tür steht). Am Sonntagabend findet anschliessend an die Produktion das Rangverlesen statt, und danach feiern die Stämme in ihren Lagerplätzen. Der Montag ist dann Aufräume- und Abreisetag.
Organisiert wird das Pfila von der Zweitstufenleitung und einer grösseren Anzahl älterer Pfadfinder. Es ist auch notwendig, etwa ein Dutzend Organisatoren für das Pfila zu haben, denn es laufen an den Übungen sehr viele Dinge parallel.
Falls noch Fragen zu Pfila offen sind, ist bestimmt jeder Hochwächtler gerne bereit, diese zu beantworten und dabei stundenlang in Erinnerungen an vergangene Pfilas und in den begangenen Heldentaten zu schwelgen... da sind wir uns sicher!
Für absolute Pfila-Neulinge: Die folgenden Namen sollten baldmöglichst zum Vokabular gehören, da sie von immenser Bedeutung und teils auch Prestige-Objekte sind...
Coci-Fass, Gäl-blaui, Denim, Swiss-Cheese, Miss-Piggy, Urne, Betty-Bossi(†), One-Way, Tresor(†), Shell-Fässli, Motorex, Porzellan-Chatz (†), Granat-Chischte (flach und normal) Valvoline UND VIELE MEHR
|